//Endlich wieder Klassenstunde

Endlich wieder Klassenstunde

Unsere erste Klassenstunde seit der Pandemie

Wir haben uns in der Pandemie mit Onlineunterricht und dann später unter strengsten Auflagen wieder in Präsenz über Wasser gehalten. Haben unseren Ausbildungsstand frisch gehalten, so dass wir zumindest unsere Stimmen gepflegt haben. Als dann endlich das Ende der Pandemie ausgerufen wurde, kamen plötzlich ganz viele neue Anmeldungen. Es waren vor allem Männerstimmen, was mich sehr überraschte. Wir haben zu Anfang zaghaft-verunsichert, immer noch ängstlich vor Nähe und Ansteckungen begonnen und uns dann langsam von den Spuren befreit, die die Pandemie und die Isolationen mit jedem einzelnen von uns hinterlassen haben. Wir wurden von Monat zu Monat freier und die Freude kehrte zurück. Letzten Herbst kamen die ersten sehnsüchtigen Fragen danach, endlich wieder eine Klassenstunde zu machen und wir stiegen in die Vorbereitung ein und es wurde über Monate fleißig geübt. Die letzten drei Wochen vor der Klassenstunde gaben die Gesangsstunden mit Korrepetition (Trainieren mit Pianisten) allen den letzten Schliff. Und dann war es endlich so weit. Endlich wieder Klassenstunde. Es war ein Fest für alle. Wir haben voller Freude und auch mit mächtig viel Aufregung gesungen. Aber der geschützte Rahmen mit den Klassenkamerad*innen nahm uns nach und nach die Scheu. Klassenstunden sind Teil der Ausbildung und als Lampenfiebertraining angelegt. Manche blühten förmlich auf.  Wir hatten Freude an den Fortschritten und den schönen Gesangsvorträgen. Unser traditionelles Aprés-Klassenstunden-Buffet mit gemeinsamem Beisammensein rundete den Tag ab

Für uns alle sollte diese Klassenstunde der Schlussakkord hinter die Schrecken und hinter das Trauma der Pandemie sein. Wir hatten immer wieder in zahlreichen Gesprächen darüber gesprochen, in dem Bemühen dies alles nicht einfach zu verdrängen, sondern aufzuarbeiten (wie wir uns dies auch im gesamtgesellschaftlichen Diskurs wünschen würden). Mir scheint, dass uns dies gut gelungen ist. Mittlerweile sind die Dämonen der Pandemie nahezu verschwunden und meine Schüler*innen singen wieder ohne nennenswerte Frustrationen und Blockaden, können sich gut auf den Unterricht konzentrieren und machen zurzeit bemerkenswerte Fortschritte. Meine Klasse ist in den letzten Jahren bunter und diverser geworden und es erfüllt mich mit Freude mit so vielen wunderbaren unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Es ist eine wahre Inspiration. Ich danke meinen alten-langjährigen Schüler*innen, dass Sie mir während der Pandemie die Treue gehalten haben und ich danke auch den neuen Schüler*innen, dass auch sie mir ihre Stimmen anvertraut haben. Ich freue mich schon auf die nächste Klassenstunden Ende des Jahres 2024.

Berlin, 01.06.2024

Eure Beate Gracher-Strodthoff

2024-06-19T15:59:24+02:00 Juni 1st, 2024|Aktuelles|

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